Zylinder & Kopf

Steuerzeiten ermitteln

Um die Steuerzeiten zu ermitteln, besorgt man sich am besten eine Gradscheibe. Diese hier hat GSF-Mitglied "Arschbrand" CNC-gefräst:
Gradscheibe
Wichtig! Die Fenster im Zylinder vor dem Steuerzeiten-Ermitteln noch nicht anfasen, denn sonst wird das Ablesen der Steuerzeiten ungenau! Die Gradscheibe wird auf dem Kurbelwellen-Stumpf montiert. Eine Schraube und ein Stück Draht dienen als fix positionierter Zeiger. So gehts, wie das Bild von Oliver H. (GSF-Nick: "Olli ETS") zeigt:
Gradblockdf
Foto von: www.down-and-forward.de
Das Prozedere: Kurbelwelle einbauen (mit beiden Lagern!), gegebenenfalls Fußdichtung montieren, Kolben montieren (Kolbenclips dazu nicht nötig), Zylinder draufstecken und Stehbolzen mit unterlegten Muttern festziehen � und zwar mit dem richtigen Drehmoment (18NM).
Nun können die Steuerzeiten ermittelt werden:
Auslasszeit: Kurbelwelle von OT aus soweit nach unten drehen, dass das Kolbendach gerade so die Oberkante des Auslassfensters freigibt. Der Zeiger für die Gradscheibe muss jetzt auf 0� stehen. Dann den Kolben weiter nach unten drehen, über UT, wieder hoch in Richtung OT. In dem Moment, wo der Kolben die Oberkante des Auslassfensters wieder komplett verschließt auf die Gradscheibe gucken: Der angezeigte Wert ist die Auslasszeit � also die Zeit, in welcher der Auslass offen ist.
Überströmzeit: Beginn wie oben, gleiches Prozedere. Nur jetzt nicht mehr das Auslassfenster beachten, sondern die Überströmfenster. Also: Zeiger der Gradscheibe auf 0�, wenn das Kolbendach von OT nach UT die Oberkante der ÜS-Fenster gerade freigibt. Welle über UT drehen, wieder hoch in Richtung OT. In dem Moment, wo das Kolbendach die Oberkante der ÜS-Fenster gerade wieder verschließt auf die Gradscheibe gucken: Das ist die ÜS-Zeit.
Wichtig! Die Messungen immer mehrfach durchführen, um Ungenauigkeiten zu vermeiden.
Vorauslass: Der Vorauslass ist die Zeit, die der Auslass offen ist, bis die Überströmfenster aufgehen. Desto größer der Vorauslass ist, desto besser KANN bei höheren Drehzahlen das Abgas entweichen, bevor neues Gemisch über die Überströmer und über das Kolbendach strömt. Tendenziell ist es eher anzustreben, einen breiten, dafür aber niedrigen Auslass zu haben � also eher weniger Vorauslass, als einen schmalen, hohen Auslass.
Die Formel zur Vorauslass-Berechnung:

VA�=(AS� � ÜS�)/2.

Beim dem hier besprochenen Polini-Motor: (184�-122�)/2= 31�

Die Steuerzeiten kann man übrigens auch mittels Umrechnung von Millimeter-Werten in Grad ermitteln. Dazu gibt es im Bereich "Extras" eine Excel-Tabelle.
Für die Mathematik-Freaks hier noch eine anschauliche Formel:
Steuerzeiten von Grad in mm umrechen
Mehr zum Thema "Steuerzeiten ermitteln" u.a. bei www.down-and-forward.de, natürlich auch im GSF.

Vorwort

Das "133er-Polini-Projekt"

Ur-Setup des GSF-Polini

Letztes Setup des GSF-Polini

Stand Oktober 2006

Grundsätzliches

Grundsätzliche Überlegungen zum Setup

Drehschieber oder Membran?

Komponenten

Kurbelwelle

Vergaser

Ansaugstutzen

Lüfterrad

Lager/Wellendichtringe

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Malossi 136 oder Polini-Zylinderkopf?

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